Augenarzt in Wien | Dr. Seiller-Tarbuk

Mutter-Kind-Pass

Gutes Sehen ist die Grundlage für die Entwicklung von Sprache, Bewegung und Lernen. Viele Fehlsichtigkeiten (Strabismus, Amblyopie, Anisometropie, ...) bleiben ohne Untersuchung oft unbemerkt.

Die Mutter-Kind-Pass-Untersuchung beim Augenarzt ist eine der wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen für Kinder. Eine rechtzeitige Kontrolle stellt sicher, dass Auffälligkeiten früh erkannt und behandelt werden können.

Mutter-Kind-Pass Untersuchung – Empfehlung

Wann sollte ein Kind zum Augenarzt?

Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen

✅ 10. – 14. Lebensmonat
Diese Kontrolle erfolgt meist beim Kinderarzt und dient als grobes Screening, bei dem äußere Auffälligkeiten erkannt werden können.

✅ 22. – 26. Lebensmonat
Bei dieser deutlich umfassenderen Untersuchung wird unter anderem die Sehschärfe und die Dioptrien bestimmt. Außerdem wird das Auge untersucht. So können Fehlsichtigkeiten oder Augenerkrankungen erkannt und bei Bedarf behandelt werden.

Mutter-Kind-Pass Augenuntersuchung Wien
Kinderarzt untersucht Baby

Empfehlungen der ÖOG

Die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG) empfiehlt zusätzliche Kontrollen, weil sich die Sehentwicklung in den ersten Lebensjahren rasch verändert. Zusätzliche Kontrollen beim Augenarzt sollen vermeiden, dass wichtige Erkrankungen wie Schielen, Amblyopie oder angeborene Augenveränderungen sonst leicht übersehen werden können.

Während Kinderärzte grobe Auffälligkeiten erfassen, erkennt der Augenarzt auch kleinste Abweichungen, so wird kein entscheidendes Zeitfenster für die gesunde Sehentwicklung verpasst.

Eine Abklärung ist außerdem empfehlenswert bei:

  • Schielen
  • Schiefhaltung des Kopfes
  • Augenerkrankungen in der Familie
  • Sichtbare Auffälligkeiten
  • Nahes Herangehen an Bücher / Bildschirm
ÖOG Empfehlung Mutter-Kind-Pass Augenuntersuchung

Mutter-Kind-Pass Untersuchung – Diagnostik

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Inspektion

Untersuchung des Auges

Inspektion – Untersuchung des Auges

Bei der Inspektion werden die Augen von außen genau betrachtet. Der Arzt achtet dabei auf die Form der Lider, die Stellung der Augen, die Größe und Farbe der Pupillen sowie mögliche Auffälligkeiten an der Hornhaut. Schon durch diesen einfachen Blick lassen sich Hinweise auf angeborene Fehlbildungen, Entzündungen oder Schwellungen erkennen.

Gerade im Säuglingsalter ist die Inspektion ein wichtiger erster Schritt, weil Veränderungen an Lidern oder Pupillen sofort auffallen können. Auffälligkeiten wie eine dauerhaft weißliche Pupille oder ungewöhnliche Lidstellungen sollten ernst genommen und weiter untersucht werden.

Mutter-Kind-Pass Untersuchung – Relevanz

Warum ist die Mutter-Kind-Pass Untersuchung wichtig?

Mutter-Kind-Pass Untersuchung – Augenarzt in Wien

Früherkennung

Die Augen entwickeln sich in den ersten Lebensjahren rasant. Manche Erkrankungen wie Schielen, Amblyopie (Schwachsichtigkeit) oder angeborener grauer Star bleiben jedoch von außen lange unbemerkt. Kinder können Sehfehler oft nicht selbst erkennen oder benennen – sie gewöhnen sich einfach daran oder denken, dass ihre Seheindrücke normal sind. Ohne Untersuchung fällt daher oft nicht auf, dass ein Auge schlechter sieht als das andere.

Gerade deshalb ist die Untersuchung unverzichtbar. Oft lassen sich Veränderungen nur durch einen Augenarzt sicher feststellen.

Kind mit Augenklappe – Amblyopie Behandlung

Vorbeugung

Neben der Diagnose akuter Probleme dient die Mutter-Kind-Pass-Augenuntersuchung auch der Vorbeugung. Früh entdeckte Sehschwächen lassen sich durch geeignete Maßnahmen, etwa eine Brille, Abklebebehandlung oder orthoptische Übungen, so behandeln, dass sich die Sehentwicklung normalisiert. Ohne diese Maßnahmen droht eine dauerhafte Schwachsichtigkeit.

So können dauerhafte Schäden oft verhindert werden. Außerdem haben Kinder, deren Augen schon früh korrekt versorgt werden, in Schule und Alltag deutlich weniger Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder in der Motorik.

Empfehlung

Viele Augenerkrankungen werden durch aufmerksame Eltern und Betreuungskräfte beobachtet. Nehmen Sie Auffälligkeiten ernst!

  • Mutter-Kind-Pass Untersuchungen
  • Auffälligkeiten (Schielen, Augenzittern, ...)
  • Probleme in Kindergarten / Schule
  • Verzögerte Sehentwicklung
  • Familiäre Vorbelastung
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Mutter-Kind-Pass Untersuchung – Physiologie

Wie entwickelt sich das Sehen bei Kindern?

Kurz nach der Geburt

Hell-Dunkel Sehen

Neugeborene unterscheiden hell und dunkel, reagieren auf starke Kontraste und Gesichter. Am besten erkennen sie Objekte in etwa 20–30 cm Entfernung, genau der Abstand zum Gesicht der Bezugsperson beim Stillen oder Tragen. Farben werden noch nicht differenziert wahrgenommen, Bewegungen ziehen aber bereits die Aufmerksamkeit auf sich. Ein gelegentliches Schielen ist in den ersten Lebenswochen normal, da die Augenmuskeln noch nicht koordiniert arbeiten.

Erste Wochen

Farbwahrnehmung

Die Augen beginnen, sich zu bewegen und wenden sich Licht zu. Babys sehen die Welt in Grautönen und erkennen erste Farbdetails wie Blau, Rot und Gelb. Babys fixieren nun bewusst Gesichter und Objekte, verfolgen Bewegungen über längere Strecken und greifen gezielt danach. Ab einem Alter von ca. 6 Monaten sollte ein Schielen nicht mehr dauerhaft sichtbar sein, ansonsten ist eine augenärztliche Kontrolle nötig.

12 Monate

Räumliches Sehen

Die Sehschärfe nimmt spürbar zu und erreicht etwa 60 % der Erwachsenen. Das Kind kann bekannte Personen wiedererkennen und auch kleinere Gegenstände in weiterer Entfernung. Das räumliche Sehen entwickelt sich, sodass gezieltes Greifen und Hand-Auge-Koordination sicherer werden. Bilderbücher oder einfache Suchspiele machen in diesem Alter zunehmend Freude.

2 Jahre

Detailerkennung

Kinder können Symbole oder Bildertafeln zuverlässig erkennen. Jetzt werden Unterschiede zwischen beiden Augen erkennbar: Ist ein Auge schwächer, kann sich eine Amblyopie entwickeln. Frühzeitige augenärztliche Untersuchungen sind deshalb entscheidend, um bleibende Sehschwächen zu verhindern.

4–5 Jahre

100 % Sehschärfe

Die Sehschärfe sollte 100 % erreichen, ähnlich wie bei Erwachsenen. Kurz vor der Einschulung ist das Sehen fast vollständig entwickelt. Beide Augen sollten gleich leistungsfähig sein, und das räumliche Sehen funktioniert sicher. Kinder können bereits klassische Sehtests mit Buchstaben oder Zahlen beginnen. Dies ist auch der Zeitpunkt, an dem viele Fehlsichtigkeiten (z. B. beginnende Kurzsichtigkeit) dem Kind selbst erstmals auffallen.

Kinder können Sehstörungen nicht kommunizieren

Die Sehentwicklung ist in den ersten Lebensjahren entscheidend. Eine augenärztliche Kontrolle schützt vor bleibenden Sehschäden und gibt Sicherheit für die Zukunft Ihres Kindes.

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Mutter-Kind-Pass Untersuchung – Ablauf

Ablauf der Mutter-Kind-Pass Untersuchung

1.

Moderne Diagnostik

Kinder Augenarzt in Wien | Dr. Seiller-Tarbuk

Nach der Anmeldung beginnt die Untersuchung mit Messungen an verschiedenen Geräten. Dazu gehört beispielsweise eine automatische Messung der Brechkraft des Auges oder Fotos des Augeninneren.

Obwohl diese Untersuchungen schmerzfrei sind und nur wenige Minuten dauern, ist teilweise eine Mitarbeit des Kindes notwendig. Gelegentlich kann es daher notwendig sein, die Messungen an einem separaten Termin zu wiederholen.

Kinderaugenarzt Wien – Moderne Diagnostik
Sehtest Kind – Kinderaugenarzt Wien
2.

Sehfunktion

Kinder Augenarzt in Wien | Dr. Seiller-Tarbuk

Als nächstes wird die Funktion der Augen überprüft: Augenstellung, Beweglichkeit, Fixation und Sehstärke werden mithilfe altersgerechter Tests untersucht.

Kleine Kinder erkennen dabei spielerisch Symbole oder Bilder, ältere Kinder können schon Tafeln mit Zahlen oder Buchstaben verwenden.

Diese Tests werden oft von Orthoptistinnen oder speziell geschultem Fachpersonal durchgeführt. Manchmal übernimmt auch der Augenarzt selbst die Untersuchung.

3.

Augenuntersuchung

Kinder Augenarzt in Wien | Dr. Seiller-Tarbuk

Nach den Sehtests bekommen die Kinder Augentropfen, die die Pupillen erweitern und eine ausführliche augenärztliche Kontrolle ermöglichen. Diese Tropfen können für kurze Zeit Brennen oder Lichtempfindlichkeit verursachen. Während die Tropfen einwirken, ist eine kleine Pause eingeplant.

Eventuell kann es notwendig sein, nach den Tropfen neuerlich die Dioptrienstärke zu vermessen. Abschließend werden die vorderen Augenabschnitte wie Lider, Hornhaut und Linse genau betrachtet und auch der Augenhintergrund mit Netzhaut und Sehnerv untersucht. So lässt sich sicher ausschließen, dass ernsthafte Erkrankungen vorliegen.

Augenuntersuchung Kind Wien

Gut zu wissen:

Der gesamte Termin dauert meist zwischen 45 und 90 Minuten, abhängig vom Alter und der Mitarbeit des Kindes.

Manche Kinder sind nach den Tropfen müde oder lichtempfindlich. Bringen Sie eine Sonnenbrille mit und planen Sie keine großen Aktivitäten nach der Untersuchung.

Alle Schritte werden altersgerecht und individuell angepasst. Bei sehr kleinen Kindern läuft die Untersuchung spielerisch ab, bei älteren etwas strukturierter.

Bringen Sie bitte den Mutter-Kind-Pass und alte Befunde mit. Fotos von Auffälligkeiten sind ebenfalls sehr nützlich, falls das Problem am Untersuchungstag nicht sichtbar ist.

Mutter-Kind-Pass Untersuchung - Infomaterial

Mutter-Kind-Pass - Zusätzliche Informationen

Häufige Fragen (FAQ)
Warum ist die Mutter‑Kind‑Pass‑Untersuchung beim Augenarzt so wichtig? +

Viele Sehstörungen wie Schielen, Amblyopie oder Fehlsichtigkeit bleiben ohne Fachuntersuchung lange unbemerkt. Kinder können Sehprobleme nicht selbst benennen und gewöhnen sich daran. Nur ein Augenarzt erkennt mit spezialisierten Geräten auch kleinste Abweichungen sicher und kann rechtzeitig eingreifen.

Wann finden die Augenuntersuchungen laut Mutter‑Kind‑Pass statt? +

Der Mutter-Kind-Pass sieht zwei augenärztliche Kontrollen vor: im 10.–14. Lebensmonat (oft beim Kinderarzt als erstes Screening) und im 22.–26. Lebensmonat beim Augenarzt. Bei der zweiten Untersuchung werden Sehschärfe und Dioptrien gemessen sowie das Auge vollständig untersucht.

Welche Vorteile hat es, wenn die erste Untersuchung beim Facharzt erfolgt? +

Der Augenarzt kann mit spezialisierten Geräten die Brechkraft messen, den Augenhintergrund beurteilen und Schielen sowie Amblyopie präzise diagnostizieren – weit über ein einfaches Screening hinaus. So werden keine entscheidenden Zeitfenster in der Sehentwicklung verpasst.

Was wird bei der Augenuntersuchung untersucht? +

Untersucht werden Augenstellung, Sehschärfe, Brechkraft (Dioptrien), Augenbeweglichkeit, Pupillenreflex und Augenhintergrund. Außerdem werden äußere Auffälligkeiten wie Lidstellung, Hornhaut und Linse beurteilt.

Warum muss mein Kind Augentropfen bekommen? +

Die Tropfen erweitern die Pupille und schalten die natürliche Fokussierung des Auges vorübergehend aus. Nur so kann die Brechkraft objektiv und genau gemessen und der gesamte Augenhintergrund vollständig beurteilt werden.

Sind die Tropfen schmerzhaft und wie lange wirken sie? +

Das Einträufeln kann kurz brennen, ist aber für die meisten Kinder gut verträglich. Die Wirkung hält 4–6 Stunden an. In dieser Zeit kann das Kind lichtempfindlich sein – eine Sonnenbrille für den Heimweg ist empfehlenswert.

Wie läuft die Untersuchung ab und wie lange dauert sie? +

Zunächst werden Messungen mit verschiedenen Geräten durchgeführt, anschließend Tests zur Sehfunktion und Augenstellung. Nach den Augentropfen folgt die eigentliche augenärztliche Kontrolle. Der gesamte Termin dauert meist 45–90 Minuten, je nach Alter und Mitarbeit des Kindes.

Wie bereite ich mein Kind auf die Augenuntersuchung vor? +

Bringen Sie den Mutter-Kind-Pass und vorhandene Befunde mit. Fotos von beobachteten Auffälligkeiten sind hilfreich, falls das Problem am Untersuchungstag nicht sichtbar ist. Erklären Sie Ihrem Kind ruhig, was es erwartet, und planen Sie danach keine aufwändigen Aktivitäten.

Was passiert, wenn bei der Untersuchung eine Fehlsichtigkeit festgestellt wird? +

Je nach Befund wird eine Brille verordnet, eine Abklebebehandlung (Okklusion) empfohlen oder weitere Therapieschritte eingeleitet. Frühzeitige Behandlung ist entscheidend, solange das Sehsystem noch formbar ist – in vielen Fällen lässt sich eine dauerhafte Sehschwäche vollständig verhindern.

Ab welchem Alter sind weitere Kontrolluntersuchungen sinnvoll? +

Neben den Mutter-Kind-Pass-Terminen empfiehlt die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG) regelmäßige Kontrollen, besonders bei familiärer Vorbelastung oder Hinweisen auf Fehlsichtigkeit. Auch kurz vor der Einschulung ist eine augenärztliche Kontrolle sinnvoll.

Mein Kind schielt oder kneift die Augen zu. Muss ich sofort zum Augenarzt? +

Ja. Dauerhaftes Schielen ab dem 6. Lebensmonat oder häufiges Zukneifen der Augen sollte zeitnah beim Augenarzt abgeklärt werden. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Erfolgschancen für eine vollständige Ausheilung.

Welche Rolle spielt eine Orthoptistin bei der Untersuchung? +

Orthoptistinnen sind Fachkräfte für Sehentwicklungsstörungen und Augenmuskelerkrankungen. Sie führen spezielle Tests zur Augenstellung, Sehschärfe und Zusammenarbeit beider Augen durch und unterstützen den Augenarzt bei Diagnose und Behandlung von Schielen und Amblyopie.

Kann mein Kind nach der Untersuchung wieder in den Kindergarten? +

Grundsätzlich ja, allerdings kann die Lichtempfindlichkeit durch die Augentropfen einige Stunden anhalten. In hellen Räumen oder bei Sonnenlicht ist eine Sonnenbrille empfehlenswert. Bei sehr kleinen oder empfindlichen Kindern empfehlen wir, den restlichen Tag ruhiger zu gestalten.

Was kann ich tun, um die Sehgesundheit meines Kindes langfristig zu unterstützen? +

Ausreichend Tageslicht fördert die gesunde Sehentwicklung. Begrenzen Sie Bildschirmzeit, besonders bei kleinen Kindern. Achten Sie auf Zeichen wie Kopfschiefhalten, Kneifen oder Herangehen an Bücher und Bildschirme, und vereinbaren Sie regelmäßige Kontrolltermine beim Augenarzt.